In der Natur...

„Wenn das Kind hinausgeht, ist es die Welt selbst, die sich ihm öffnet. Lasst uns das Kind mit hinausnehmen und ihm Dinge zeigen, anstatt Gegenstände anzufertigen, die Begriffe darstellen“
(Maria Montessori- Kosmische Erziehung S. 117-118)

Sobald die Fragen nach Zahlen und Buchstaben gestellt worden sind, die Materialien entdeckt und beeindruckt haben, nimmt die Wissbegierde zu. Sie wollen mehr über diese Welt wissen. Sie sind nun in der Lage, mit Hilfe ihrer Einbildungskraft auch für Dinge, die sie umgibt, offen zu sein.

Ziel ist es, den Kinder den Weg zu zeigen, sich selbst fröhlich und voller Neugierde die Welt zu erobern und dann allmählich zu lernen, für diese Welt und für sich selbst einen eigenen Anteil an Verantwortung zu übernehmen.

Maria Montessoris dringlichster Wunsch war es, dass die Kinder lernen, dass der Kosmos von jeher eigentlich Ordnung, Harmonie und Schönheit bedeutet. All unsere Bemühungen machen aus dem Weltkinderhaus ein von Zuverlässigkeit und Vertrauen getragenes System, in dem sich der verantwortliche Umgang mit den Dingen kindorientiert einüben lässt. Die Kinder lernen hier: So, wie ich meinen Platz in der Welt habe, so hat alles und jedes seinen Platz.


Rücksichtnahme und Wertschätzung, Achtung und Toleranz haben hier ihre Beständigkeit.

Unsere Kinder sind in einem zarten Alter. Da stellt sich mit die Frage, wie soll das gehen, ein Kind mit abstrakten Vorstellungen über die Erde und den Kosmos nicht zu überfordern?

Deshalb gehen wir mit den Kindern zu jeder Gelegenheit in die „Welt“ hinaus, machen Spaziergänge in der freien Natur, um das „wirkliche Leben“ kennenzulernen. Raum zu erforschen und sich zu bewegen, ist auch unser unvergleichbarer Garten, den wir täglich nutzen.

 

Unser großflächiger Garten erstreckt sich in geschützter Lage und begeistert mit seinen zwei Burgen, dem Schiff, den unzähligen Möglichkeiten, sich dem Versteckspiel hinzugeben, animiert in den drei sonnengeschützten Sandkästen zum Sandkuchen backen oder lädt zum Schaukeln und Träumen im „Schaukelnest“ ein. Wege säumen den Rasen und laden zum Rollerfahren ein. Die herrliche Natur, die uns umgibt, entfacht immer wieder kindliche Entdeckerlust. Den Waldtag nutzen wir, um bei jeglichem Wetter die Natur zu beobachten, zu erkunden und zu entdecken. Wir hören Wassertropfen, wir finden alte Baumrinden, sehen Moos und bestimmen die Himmelsrichtungen, wir lernen Nadelbäume von Laubbäumen zu unterscheiden, merken uns ihren Namen usw….

 

Wir beobachten gemeinsam Ameisen und andere kleine Lebewesen, die wir schützen und bestaunen. Einmal im Jahr begleiten wir den Jäger bei seinem Rundgang durch den Wald.

„ Keine Beschreibung, kein Bild, kein Buch kann das wirkliche Sehen der Bäume mit dem ganzen Leben, das sich um sie herum im ganzen Wald abspielt, ersetzen… Die Bäume strömen etwas aus, was zur Seele spricht, etwas, was kein Buch und kein Museum vermitteln können“

(Maria Montessori. 1988).