VORSCHULERZIEHUNG

Wer ein erwachsener Mensch werden will, muss unweigerlich geich nach der Geburt damit anfangen sich stetig weiter zu entwickeln. Lernprozesse, wie Aufrichten, Sitzen, Krabbeln, Laufen......entwickeln sich nach einem inneren Bauplan - das heißt, jeder Mensch wächst in Geist und Gestalt individuell. Wer später läuft, spricht vielleicht eher, wer schneller wächst, hat möglicherweise eine verzögerte Feinmotorik.

Schon als Fötus im Mutterleib entwickelt sich bei günstigen äußeren Bedingungen nach einem eigenen inneren Bauplan. Bereits das ungeborene, fertig entwickelte Baby ist ein selbstbestimmtes Lebewesen - es bestimmt den Zeitpunkt seiner Geburt selbst, gibt eindeutige Signale, sodass ein Hormonschub von Seiten der Mutter die Geburt auslöst und den Eintritt ins Leben ermöglicht.

Im Idealfall entwickelt das kleine Wesen sich nun selbstbestimmt weiter, das heißt es setzt sich, wenn der kleine Körper kräftig genug ist, es läuft, wenn alle vorangegangenen Entwicklungsschritte abgeschlossen sind.

Mit vielen guten Anlagen ausgerüstet kommt das Kleinkind dann bei uns im Weltkinderhaus an und ab genau diesem Zeitpunkt fängt in unserem Haus die "Vorschulerziehung" an. Das Kind spielt und lernt im Rahmen seiner Möglichkeiten das praktische Leben kennen. Sein innerer Bauplan treibt es an, neugierig alles zu erkunden, was im Haus für die körperliche und geistige Entwicklung angeboten wird. In ihrem letzten Jahr vor dem Wechsel in eine geeignete Schule begeistern sich unsere Kinder sehr stark für Attraktionen außerhalb des Weltkinderhauses - dann heißt es ab in die große Welt:

 

  • Festung: Marienberg
  • Teddyklinik
  • Kerzenziehen, Weihnachtsmarkt
  • Feuerwehr, Polizei
  • Grundschulbesuch
  • Weihnachtssingen bei den Senioren
  • Galerie, Museumsbesuche
  • Botanischer Garten
  • Ausflug zum Abschied
 
  • Übernachtung im Weltkinderhaus
  • Umweltstation

 

Neugierde und Wissensdurst sind es, die das lernfreudige Kind vorantreiben und uns ErzieherInnen dazu anregen, immer wieder neues interessantes Arbeits- Lern- und Spielmaterial herzustellen oder zu erwerben.

Kind und Erzieher sind selbstbestimmte Wesen, die im Weltkinderhaus miteinander leben, lernen, spielen und lachen. Gerade in einer schnelllebigen, von Stress und Burnout geprägten Schul- und Arbeitswelt ist es von großer Notwendigkeit, nach besten Möglichkeiten selbstbestimmt zu leben. Wer selbstbestimmt lebt, weiß um die eigenen Ressourcen, die eigenen Grenzen und was Körper und Geist gut tut.

Das Achthaben auf die eigenen Bedürfnisse macht zufrieden - ausgeglichen fühlt es sich jedoch erst an, wenn wir auch auf alle Lebewesen und Gottes große Schöpfung acht haben. Den Kindern hierfür ein gutes Beispiel zu geben ist unsere Aufgabe.

Jedem Kind soll ausreichend Zeit und Raum für seine individuelle Entwicklung zustehen, so dass es in etwa drei Jahren zu einem aufgeweckten, neugierigen und selbstbewussten Menschen heran reift, der voller Vorfreude den ersten Schultag herbei sehnt.

"Gras wächst nicht schneller, wenn wir daran ziehen."

(Afrikanisches Sprichwort)

Wir stellen den Kindern während ihrer Vorschulzeit von etwa 636 Tagen in unserem Haus unsere Aufmerksamkeit und Zuneigung, sowie unser Fachwissen in einer vorbereiteten Umgebung zur Verfügung und freuen uns mit ihnen an jedem Erfolg - wie lange der Weg dahin auch sein mag. Wir helfen den uns anvertrauten Kindern, ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu finden.

"Hilf mir, es selbst zu tun."

(Maria Montessori)